ErzieHero Lösungsblatt Lösungsblatt für Lehrkräfte

Der Situationsansatz einfach erklärt: vom Leben der Kinder zum Projekt

Einstieg (5 Minuten)

Die Baustellen-Szene vom Artikelanfang als stummer Impuls am Beamer. Sammeln, welche Möglichkeiten die Fachkraft jetzt hat, noch ohne Bewertung.

Aufgaben

  1. Die drei Leitziele des Situationsansatzes nennen.
  2. Erläutern, was eine Schlüsselsituation ist, mit einem eigenen Beispiel aus dem Kita-Alltag.
  3. Die Aussage beurteilen: "Im Situationsansatz plant die Fachkraft nicht mehr."
Fall

In der Gruppe von Erzieherin Petra sammeln die Kinder seit Tagen Kastanien, bauen Verstecke und streiten, wem sie gehören. Petra greift das Thema auf: Am Abend plant sie drei Wochen durch (Kastanien wiegen und zählen, Kastanien-Männchen basteln, ein Herbstlied), hängt den fertigen Plan an die Pinnwand und führt jeden Morgen das nächste Angebot durch. Die Kinder machen anfangs mit; nach einer Woche lassen sie die Bastel-Kastanien liegen und verstecken draußen wieder ihre eigenen. Beim Elternabend lobt eine Mutter den strukturierten Plan.

Beurteile, ob Petras Vorgehen dem Situationsansatz entspricht. Begründe am Konzept und beschreibe, wie eine Umsetzung nach dem Situationsansatz aussähe.
Erwartungshorizont
  • Zu 1: Autonomie, Solidarität, Kompetenz.
  • Zu 2: bedeutsame, verdichtete Lebenssituation mit hohem Lernpotenzial (etwa Geschwistergeburt, Umzug, Gruppenkonflikt); Kern der Erläuterung: Lebensfragen der Kinder bündeln sich, exemplarisches Lernen wird möglich; eigenes Beispiel plausibel begründet.
  • Zu 3: Die Aussage ist nicht haltbar. Geplant wird anspruchsvoll, aber vom Kind her: Situationsanalyse, Zielklärung an der Trias, Beteiligung, Reflexion. Die Beliebigkeitskritik trifft schlechte Umsetzung, nicht das Konzept.
  • Zur Fallvignette: Petra arbeitet themenorientiert, nicht situationsorientiert. Sie übernimmt zwar das Thema der Kinder, plant aber rückwärts: fertige Angebote ohne Situationsanalyse, ohne Beteiligung. Worum es den Kindern wirklich geht (Besitz, Verstecken, Gerechtigkeit), bleibt unbeachtet; der Rückzug der Kinder ist die Rückmeldung darauf. Starke Antworten differenzieren: Struktur und Planung sind nicht das Problem, der Ausgangspunkt ist es. Nach dem Situationsansatz: Situationsanalyse, Schlüsselsituation bestimmen, Ziele an der Trias klären, Vorhaben mit den Kindern aushandeln, offen weiterplanen, gemeinsam reflektieren. Zusatzpunkt: Der Fall ist das Gegenstück zur Beliebigkeitskritik; hier fehlt nicht Planung, sondern der Ausgangspunkt beim Kind.

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